Besuch aus Frankreich
"Ich hoffe, ihr habt harmonisch miteinander trainiert", sagt Michel Hamon und hebt, wie zum Unterstreichen seiner Worte die Hand, "denn Aikido ist genau das: Freundschaft und Harmonie". Hamon (6ter Dan) kann in seinem Heimatland Frankreich auf eine umfangreiche Aikido-Geschichte zurückblicken. Er betreibt den Sport seit 1960 und zeichnet verantwortlich für die Gründung von mehr als 30 französichen Aikido-Vereinen. Nicht zuletzt seiner Freundschaft mit Bundestrainer Alfred Heymann hatten wir es zu verdanken, dass wir Hamon am 5. und 6. April zum Landeslehrgang beim Aikido-Verein Hannover (AVH) begrüßen durften.
Zwar hatte sich Eric Bizet freundlicherweise spontan als Übersetzer angeboten, aber Hamon bewies einmal mehr, dass Aikido-Lernen auch ohne viele Worte funktioniert.
Die hochkarätige Besetzung lockte viele Interessenten – 62 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet. Die rege Beteiligung führte teilweise zu Platzmangel auf der Matte, was Hamon jedoch nicht davon abhielt, ein volles Programm zu absolvieren: Neben Bekanntem und für viele neuen Technik-Variationen im eher direkten und effizienten französischen Stil standen Übungen mit dem Schwert und dem Stock – am zweiten Tag auch Schwert gegen Schwert und Stock gegen Stock – auf dem Plan. Eine gute Gelegenheit, einmal mehr aus nächster Nähe zu erleben, dass hinter der scheinbaren Leichtigkeit und Eleganz auch hochrangiger Meister – natürlich – viel Mühe und Arbeit steckt: Hamon demonstrierte Sequenzen von Ausweichen, Abwehr und Gegenangriff mit dem Bokken, zog den Hakama hoch, damit wir die Bewegung der Füße sehen und schloss die Demonstration mit den Worten: "Diese Bewegung übe ich seit über 40 Jahren – und erst vor kurzem habe ich sie verstanden".
Wolfgang Stieler, Pressewart AVH
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